Ein Wohnungsbrand ist selten, aber er lässt dir kaum Zeit zum Nachdenken. Deshalb entscheidet sich vorher, wie er ausgeht: ob ein Rauchmelder hängt, ob alle wissen, wann sie rausgehen und wann sie drinbleiben, und ob in der Küche das Richtige griffbereit liegt. Dieser Artikel ordnet die Ratschläge der Feuerwehren – vom Rauchmelder über das Verhalten im Brandfall bis zu Feuerlöscher, Löschdecke und den Brandgefahren bei Stromausfall.
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht die Flammen sind meist tödlich, sondern der Rauch – schon drei Atemzüge können tödlich sein.
- Rauchmelder sind in allen Bundesländern Pflicht; die Details regelt die jeweilige Landesbauordnung.
- Brennt es bei dir: raus, Tür hinter dir zu, 112. Ist das Treppenhaus verraucht: drinbleiben, Tür zu.
- Brennendes Fett nie mit Wasser löschen – Deckel drauf oder Fettbrandlöscher.
- Bei Stromausfall steigt das Brandrisiko durch Kerzen und Ersatzheizungen; Wärmegeräte sofort ausschalten.
Warum der Rauch gefährlicher ist als das Feuer
Die meisten Menschen stellen sich bei einem Brand Flammen vor. Die Feuerwehr Frankfurt beschreibt die eigentliche Gefahr anders: Tödlich ist in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Der größte Teil der Brandopfer stirbt an einer Rauchvergiftung, und bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein.
Dazu kommt, dass sich Brände oft nachts entwickeln. Laut Feuerwehr Frankfurt werden zwei Drittel aller Brandopfer nachts im Schlaf überrascht, denn im Schlaf riecht der Mensch nichts. Die Berliner Feuerwehr nennt es einen gefährlichen Irrtum, zu glauben, man werde vom Geruch schon wach: Das Kohlenmonoxid im Brandrauch lässt noch tiefer schlafen.
Auch die Geschwindigkeit wird unterschätzt. Nach der Berliner Feuerwehr dauert es meist nur wenige Minuten, bis erst ein Zimmer und dann die ganze Wohnung im Vollbrand stehen. Kunststoffe, Lacke und Lösemittel in Möbeln und Textilien bilden dabei tödliche Gase. Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ rechnet damit, dass nach dem Alarm des Melders nur etwa 120 Sekunden bleiben, um sich in Sicherheit zu bringen.
Rauchmelder: Pflicht, Einbau, Wartung
In Deutschland gilt flächendeckend eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume. Überall dort, wo Menschen schlafen, und in Fluren, über die man flüchtet, müssen Melder hängen. Die Einzelheiten stehen in der Landesbauordnung deines Bundeslandes, und sie unterscheiden sich. In Hessen müssen laut Feuerwehr Frankfurt Melder in allen Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren hängen.
Für den Einbau ist der Eigentümer verantwortlich, egal ob er selbst dort wohnt oder vermietet. Wer die Geräte danach betriebsbereit hält, regelt jedes Land selbst. In Hessen sind das nach § 13 der Bauordnung die Mieterinnen und Mieter, sofern mit dem Eigentümer nichts anderes vereinbart ist. Schau deshalb in deinen Mietvertrag oder frag nach, statt davon auszugehen, dass sich jemand kümmert.
Die Feuerwehr Frankfurt empfiehlt, auch die übrigen Wohnräume zu überwachen. In Küche und Bad führen gewöhnliche Rauchmelder wegen Dampf und Küchendunst allerdings häufig zu Fehlalarmen; dort braucht es geeignete Melder. Hat dein Gerät eine wechselbare Batterie, rät die Berliner Feuerwehr, sie jährlich zu tauschen und den Melder dabei zu entstauben.
Tipp Ein Rauchmelder weckt dich, er löscht nichts. Er schenkt dir die Zeit, die du für den nächsten Abschnitt brauchst.
Wenn es bei dir brennt: raus, Tür zu, 112
Die erste Frage lautet nach der Berliner Feuerwehr: Wo brennt es? Brennt es in deiner eigenen Wohnung oder ist dort schon Rauch, gilt: sofort raus. Nimm nur Handy und Schlüssel mit, schließ die Wohnungstür hinter dir, damit sich Feuer und Rauch nicht ausbreiten, und nimm die Treppe. Den Aufzug benutzt du nie – er kann im Brandfall zur tödlichen Falle werden.
Den Notruf 112 setzt du von draußen ab. Die Berliner Feuerwehr bittet, nicht darauf zu vertrauen, dass schon jemand anderes angerufen hat. Stellt sich der Verdacht später als Irrtum heraus, entstehen dir keine Kosten. Die Feuerwehr fragt nach dem Notfallort, deiner Rückrufnummer und dem, was genau passiert ist; danach wartest du auf Rückfragen.
Warne die Nachbarn, zum Beispiel über die Gegensprechanlage, und geh nicht zurück ins Haus. Ist Rauch im Raum, bewegst du dich gebückt oder auf allen vieren – die Berliner Feuerwehr rät bei Rauch ausdrücklich: runter auf den Boden.
- Handy und Schlüssel mitnehmen, sonst nichts.
- Tür hinter dir schließen.
- Treppe statt Aufzug.
- Von draußen 112 anrufen und die Nachbarn warnen.
- Nicht zurückgehen, um etwas zu holen.
Wenn der Fluchtweg verraucht ist
Meistens brennt es nach Erfahrung der Berliner Feuerwehr nicht in der eigenen Wohnung, sondern außerhalb – im Treppenhaus, im Keller oder beim Nachbarn. Dann ist die Regel umgekehrt: in der Wohnung bleiben, Wohnungstür schließen, Notruf absetzen, auf die Feuerwehr warten. Wohnungstüren halten einem Feuer lange stand und schützen wirksam vor Rauch.
Flüchte nie durch ein verrauchtes Treppenhaus. Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ rät, die Wohnungstür von innen mit feuchten Handtüchern abzudichten und sich in ein weit entferntes Zimmer zurückzuziehen. Warte dort am Fenster oder auf dem Balkon: Dort bekommst du besser Luft und die Einsatzkräfte sehen dich.
Versuch nicht, dich aus dem Fenster abzuseilen oder zu springen. Die Berliner Feuerwehr bringt Menschen in solchen Lagen meist mit Fluchthauben – feuerfesten Hauben mit Sichtfenster und Atemfilter – über die Treppe ins Freie. Kinder und Menschen, die nicht laufen können, werden getragen.
Fettbrand: niemals Wasser
Die Küche ist ein häufiger Brandort, und der gefährlichste Fehler dort hat einen Namen: Wasser auf brennendes Fett. Die Berliner Feuerwehr erklärt, warum. Brennendes Fett ist deutlich heißer als 100 Grad. Kommt Wasser hinein, verdampft es schlagartig und reißt brennende Fetttröpfchen mit – es kommt zur Fettexplosion.
Richtig ist, das Feuer zu ersticken: am besten mit einem passenden Pfannen- oder Topfdeckel. Für Fritteusen und Fettbrände gibt es nach Auskunft der Feuerwehr Frankfurt eigene Fettbrandlöscher, denn Wasser- und Schaumlöscher sind dafür nicht geeignet. Die Feuerwehr Dortmund warnt ausdrücklich, dass ein Wasserlöscher bei einem Fettbrand ebenfalls zur Fettexplosion führt.
Vorbeugen ist einfacher als löschen: Einen eingeschalteten Herd lässt du nie unbeaufsichtigt, auch nicht für das Telefon oder die Türklingel. Die Berliner Feuerwehr rät außerdem, die Filter der Dunstabzugshaube regelmäßig zu wechseln, weil sie sich mit leicht brennbarem Fett vollsaugen.
Video: Niemals mit Wasser löschen: Praxistipp zu Fettbränden (Fettexplosion) (Freiwillige Feuerwehr Aachen - Laurensberg) – Die Feuerwehr zeigt im Freien, was passiert, wenn Wasser auf brennendes Fett trifft. Nicht nachmachen – richtig ist: Deckel drauf, Herd aus.
Achtung Brennendes Fett nie mit Wasser und nie mit einem Wasser- oder Schaumlöscher löschen – es kommt zur Fettexplosion. Deckel drauf oder Fettbrandlöscher. Breitet sich das Feuer aus: Küche verlassen, Tür schließen, Notruf 112.
Feuerlöscher und Löschdecke im Haushalt
Für Wohnungen gibt es laut Feuerwehr Frankfurt keine gesetzliche Pflicht, einen Feuerlöscher vorzuhalten; die Feuerwehren empfehlen ihn trotzdem. Er ist für kleine, gerade entstehende Brände gedacht, nicht für ein brennendes Zimmer. Für den Hausgebrauch empfiehlt die Feuerwehr Dortmund Schaumlöscher für die Brandklassen A und B; Pulverlöscher sind ebenfalls geeignet, verschmutzen aber weiträumig. Achte auf die Prüfung nach DIN EN 3.
Bei der Größe rät die Feuerwehr Dortmund zu 6 kg Löschmittel: Ein 2-kg-Gerät hat nur eine geringe Wirkung, ein 12-kg-Löscher ist für den Heimgebrauch zu schwer. Der Platz ist die Diele, die Oberkante nicht höher als 80 cm, damit auch kleinere Menschen ihn aus der Halterung bekommen. Im gewerblichen Bereich muss ein Löscher alle zwei Jahre geprüft werden, für Privathaushalte gilt dieser Rhythmus als Empfehlung.
Lies die Gebrauchsanweisung, bevor du ihn brauchst. Die Berliner Feuerwehr rät, stoßweise und von unten in die Glut zu löschen, nicht in die Flammen, und die Brandstelle danach wegen möglicher Rückzündung zu beobachten. Ein benutzter Löscher gehört nicht zurück an seinen Platz, sondern sofort zum Nachfüllen. Eine Löschdecke nennt das BBK als weiteres Löschmittel, das man bereithalten kann. Für brennendes Fett nennen die hier zitierten Feuerwehrquellen allerdings Deckel und Fettbrandlöscher, nicht die Löschdecke.

| Löschmittel | Geeignet für | Nicht geeignet für |
|---|---|---|
| Wasser | Feststoffe | Flüssigkeiten, Gase, Metall, Speisefett |
| Schaum | Feststoffe und Flüssigkeiten | Gase, Metall, Speisefett |
| ABC-Löschpulver | Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase | Metall, Speisefett |
| Fettbrandlöschmittel | Speisefett, teils Feststoffe und Flüssigkeiten | Metall, Gase |
Stromausfall: wenn Ersatzlicht zur Brandursache wird
Ein Stromausfall erhöht das Brandrisiko. Das BBK weist darauf hin, dass gasbetriebene Heiz- und Lichtquellen, Kerzen und Ähnliches durch unsachgemäßen Umgang oder unbeaufsichtigten Betrieb zur Brandgefahr werden. Wie du sicher mit Kerzen, Lampen und Akkus umgehst, steht ausführlich im Artikel zu Licht und Strom für Notfälle.
Ein Punkt wird oft vergessen: Schalte sofort nach Beginn des Ausfalls alle elektrischen Wärmegeräte aus – Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter. So laufen sie nicht unbeaufsichtigt an, wenn der Strom zurückkommt. Bei Heizstrahlern und Heizlüftern achtest du nach der Feuerwehr Frankfurt darauf, dass nichts Brennbares in der Nähe steht.
Das BBK rät, für diesen Fall Löschmittel bereitzustellen, etwa Feuerlöscher oder Löschdecke, und nennt Rauchmelder ausdrücklich als Plus an Sicherheit. Gas- und Holzkohlegrills dürfen laut Feuerwehr Frankfurt nicht in geschlossenen Räumen betrieben werden; die Kohlenmonoxidgefahr behandeln die Artikel zum Kochen ohne Strom und zum Warmbleiben ohne Heizung.
Der Fluchtplan: einmal mit allen durchgehen
In Panik springen Menschen aus dem Fenster oder laufen ins verrauchte Treppenhaus. Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ hält es deshalb für lebenswichtig, sich vorher mit der ganzen Familie Gedanken zu machen: Was tun wir, wenn es brennt?
Geht dafür die Wohnung einmal gemeinsam ab. Klärt, welcher Weg hinausführt, in welchem Zimmer ihr bleibt, wenn das Treppenhaus verraucht ist, und von welchem Fenster aus man gesehen wird. Legt Wohnungs- und Haustürschlüssel immer griffbereit an denselben Platz. Und verabredet einen Treffpunkt vor dem Haus, damit niemand zurückläuft, um jemanden zu suchen, der längst draußen ist.
Den Treffpunkt und die übrigen Absprachen könnt ihr gleich in euren Familien-Notfallplan übernehmen. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, hält außerdem Flure und Treppenräume frei: Laut Feuerwehr Frankfurt sind sie der Rettungsweg und der Weg, über den die Feuerwehr angreift.
Häufige Fragen
Muss ich als Mieter die Rauchmelder selbst kaufen?
Nein. Für den Einbau ist der Eigentümer verantwortlich. Wer die Melder danach prüft und die Batterie wechselt, regelt die Landesbauordnung – in Hessen zum Beispiel die Mieter, sofern nichts anderes vereinbart ist.
Soll ich bei Rauch im Treppenhaus trotzdem rausgehen?
Nein. Bleib in der Wohnung, halte die Tür geschlossen, ruf die 112 und mach dich am Fenster oder auf dem Balkon bemerkbar. Durch ein verrauchtes Treppenhaus zu flüchten ist lebensgefährlich.
Welcher Feuerlöscher passt in eine Wohnung?
Die Feuerwehr Dortmund empfiehlt einen Schaumlöscher für die Brandklassen A und B mit 6 kg Löschmittel, geprüft nach DIN EN 3. Für Fettbrände braucht es einen eigenen Fettbrandlöscher.
Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?
Im gewerblichen Bereich alle zwei Jahre. Für Privathaushalte ist das keine Pflicht, gilt laut Feuerwehr Dortmund aber als Empfehlung. Nach jeder Benutzung wird er sofort nachgefüllt.
Kostet es etwas, wenn ich die Feuerwehr umsonst rufe?
Nach Auskunft der Berliner Feuerwehr nicht, wenn sich dein Verdacht im Nachhinein als Irrtum herausstellt. Zögere deshalb nicht, die 112 zu wählen.
Quellen
- Vorsicht, Feuer! Brandschutz für jedermann (Broschüre)Berliner Feuerwehr · Rauch und Kohlenmonoxid im Schlaf, Vollbrand in wenigen Minuten, Tür zu, drinbleiben bei Brand außerhalb, am Fenster warten, nicht springen, Notruf ohne Kosten bei Irrtum, Fettexplosion und Deckel, Dunstabzugshaube, Batteriewechsel
- FeuerlöscherBerliner Feuerwehr · Eignung der Löschmittel, Vorgehen beim Löschen, Nachfüllen nach Gebrauch
- Sicherheitstipps der Feuerwehr: FeuerlöscherFeuerwehr Dortmund · Schaumlöscher A und B, 6 kg, DIN EN 3, Anbringung, Prüfung alle zwei Jahre, Fettexplosion durch Wasserlöscher
- Brandschutz zu HauseFeuerwehr Frankfurt am Main · Rauchvergiftung, drei Atemzüge, zwei Drittel nachts, Rauchmelder in Hessen nach § 13 HBO, keine Feuerlöscherpflicht, Fettbrandlöscher, Heizlüfter, Grills, Treppenräume
- Was tun, wenn es brennt?Initiative „Rauchmelder retten Leben“ (Forum Brandrauchprävention e. V., unterstützt u. a. von DFV und vfdb) · 120 Sekunden, Verhalten bei Brand in der Wohnung und im Treppenhaus, Aufzug, Tür abdichten, Fluchtplan mit der Familie, flächendeckende Rauchmelderpflicht
- Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe (Infofolder, 2008)Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), bereitgestellt von der Feuerwehr Dortmund · Erhöhtes Brandrisiko durch Kerzen und Gasgeräte, Wärmegeräte ausschalten, Löschmittel und Löschdecke bereitstellen, Rauchmelder
