Wenn der Strom weg ist, fehlen zwei Dinge sofort: Licht und die Steckdose zum Laden. Beides lässt sich mit wenig Geld und ohne Technikwissen vorbereiten. Dieser Artikel zeigt, welche Lichtquellen sich bewähren, wie du Batterien und Akkus richtig lagerst und wie du mit einer einfachen Rechnung herausfindest, wie lange deine Powerbank tatsächlich durchhält.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Lichtquellen sind besser als eine: Taschenlampe, Stirnlampe und eine Leuchte für den ganzen Raum.
- Kerzen sind die riskanteste Variante – nie unbeaufsichtigt und nur mit regelmäßigem Lüften.
- Akkus lagern am besten bei 10 bis 25 Grad, halb geladen und spätestens nach 6 Monaten nachgeladen.
- Umrechnung: mAh ÷ 1000 × 3,7 V = Wh. 20.000 mAh sind also rund 74 Wattstunden.
- Nutzbar ist nie die volle Kapazität – rechne mit 80 bis 90 Prozent, bei Kälte mit weniger.
Drei Lichtquellen sind besser als eine
Die Verbraucherzentrale rät, mehrere alternative Lichtquellen vorzuhalten: Taschenlampen, idealerweise mit LED, batteriebetriebene Leuchten, außerdem Kerzen oder Windlichter mit festem Untergrund sowie Streichhölzer oder ein Feuerzeug. Das BBK führt Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Kerzen und Feuerzeug ebenfalls auf seiner Vorsorgeliste.
In der Praxis erfüllen drei Typen drei verschiedene Aufgaben. Die Taschenlampe leuchtet gezielt dorthin, wo du gerade hinsiehst – gut für den Sicherungskasten oder den Weg in den Keller. Die Stirnlampe macht dasselbe, lässt dir aber beide Hände frei; wer schon einmal im Dunkeln eine Dose geöffnet hat, gibt sie nicht wieder her.
Die dritte ist eine Campingleuchte oder LED-Laterne, die einen Raum gleichmäßig ausleuchtet. Sie ist das, was einen dunklen Abend erträglich macht, weil alle am Tisch etwas sehen. Stell sie höher, zum Beispiel auf ein Regal – Licht von oben wirkt ruhiger als eine Lampe auf der Tischplatte.
- Eine Taschenlampe oder Stirnlampe pro Person, plus einen Satz Ersatzbatterien je Lampe.
- Eine Leuchte für den Raum, in dem sich alle aufhalten.
- Alles an einem festen Platz, den du im Dunkeln ertastest.
Kerzen: schön, aber die riskanteste Variante
Kerzen gehören zur Vorsorge dazu, verdienen aber Respekt. Die Verbraucherzentrale mahnt, Kerzen nicht unbeaufsichtigt zu lassen und Räume mit brennenden Kerzen regelmäßig zu lüften – auch im Winter. Das BBK begründet das damit, dass der Sauerstoffgehalt im Raum erneuert werden muss.
Der Deutsche Feuerwehrverband wird deutlicher: Kerzen sind als Ersatz für die Heizung oder für elektrisches Licht ungeeignet und obendrein teurer. Vor allem warnen die Fachleute vor unkontrolliertem Teelicht-Einsatz – Teelichter sollten nicht zu dicht beieinander stehen und nie unbeobachtet brennen.
Wenn du Kerzen nutzt, dann auf einer nicht brennbaren Unterlage, in einem standfesten Halter, mit Abstand zu Vorhängen und Papier, und nie im Kinderzimmer oder im Schlaf. Ein funktionierender Rauchmelder in der Wohnung ist dabei die selbstverständliche Ergänzung.
Achtung Kerzen sind Licht, keine Heizung. Wer versucht, mit vielen Teelichtern einen Raum zu wärmen, riskiert einen Wohnungsbrand.
Batterien und Akkus: welche, wie viele, wie gelagert
Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei mobilen Geräten wiederaufladbare Akkus statt Einwegbatterien zu nutzen: Sie lassen sich etwa 200- bis 1.000-mal wiederaufladen. Auch wirtschaftlich ist der Unterschied groß – Energie aus AA-Batterien kostet rund 80 Euro je Kilowattstunde, Strom aus der Steckdose etwa 0,40 Euro.
Für die Notvorsorge gilt trotzdem eine kleine Einschränkung: Akkus entladen sich mit der Zeit selbst, Einwegbatterien halten in der Schublade länger. Ein gemischter Ansatz ist praktisch – Akkus für Geräte, die du regelmäßig nutzt, ein verschlossener Satz Alkali-Batterien als Reserve für Taschenlampe und Radio.
Bei der Lagerung nennt das Umweltbundesamt klare Werte: 10 bis 25 Grad Celsius sind optimal, Temperaturen über 40 Grad sollten vermieden werden. Nicht draußen lagern, nicht in feuchten Räumen, nicht hinter der Windschutzscheibe. Lithium-Ionen-Akkus hält man am besten zwischen 20 und 90 Prozent Ladestand; bei längerer Lagerung lädt man sie etwa halb voll und nach spätestens sechs Monaten nach.
- Beschädigte, verformte oder aufgeblähte Akkus nicht mehr verwenden.
- Beim Transport die Pole abkleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
- In der Nähe eines Rauchmelders laden, nicht über Nacht im Schlaf.
- Alte Batterien und Akkus gehören in die Sammelbox im Handel oder zum Wertstoffhof, nie in den Hausmüll.
Hinweis Lager-, Lade- und Entsorgungshinweise nach den Umwelttipps des Umweltbundesamtes zu Batterien und Lithium-Akkus.
mAh oder Wattstunden? Die eine Umrechnung, die du brauchst
Auf Powerbanks steht meist eine große Zahl in mAh, also Milliamperestunden. Das ist keine Energiemenge, sondern eine Ladungsmenge – vergleichbar mit der Angabe, wie viele Liter durch ein Rohr fließen, ohne zu sagen, mit welchem Druck. Erst zusammen mit der Spannung ergibt sich, wie viel Energie darin steckt.
Die Zellen einer Powerbank arbeiten üblicherweise mit rund 3,7 Volt. Daraus folgt die Umrechnung, die du dir merken kannst: mAh ÷ 1000 × 3,7 V = Wh. Eine 20.000-mAh-Powerbank enthält also rund 74 Wattstunden.
Wattstunden sind die ehrlichere Angabe, weil man mit ihnen direkt rechnen kann: Ein Gerät mit 10 Watt Leistungsaufnahme verbraucht in einer Stunde 10 Wattstunden. Wer Powerbanks vergleicht, sollte deshalb auf Wh schauen – die Zahl steht oft klein auf der Rückseite.
| Aufdruck in mAh | Entspricht etwa |
|---|---|
| 5.000 mAh | 18,5 Wh |
| 10.000 mAh | 37 Wh |
| 20.000 mAh | 74 Wh |
| 26.800 mAh | 99 Wh |
Warum nie die volle Kapazität ankommt
Die aufgedruckte Kapazität beschreibt, was in den Zellen steckt – nicht, was hinten herauskommt. Der USB-Anschluss liefert eine höhere Spannung als die Zelle selbst, und diese Wandlung kostet Energie, die als Wärme verloren geht. Deshalb wird eine Powerbank beim Laden warm.
Dazu kommen weitere Verluste: Kälte senkt die abgebbare Kapazität spürbar, Akkus altern und verlieren über die Jahre, sie entladen sich auch im Schrank langsam selbst, und das geladene Gerät hat seinerseits eigene Ladeverluste. Eine 20.000-mAh-Powerbank lädt ein Handy daher nicht so oft, wie die reine Division vermuten lässt.
Für die Planung heißt das: Rechne mit einem nutzbaren Anteil statt mit der vollen Kapazität. Der Energierechner dieser Seite ist standardmäßig auf 85 Prozent eingestellt und lässt dich den Wert zwischen 30 und 100 Prozent verschieben – bei Kälte setzt du ihn niedriger an.
Rechnen statt raten: der Energierechner
Die Formel ist einfach: Kapazität × nutzbarer Anteil ÷ Leistung = Laufzeit. Beispiel mit unserer 74-Wh-Powerbank und 85 Prozent nutzbarem Anteil: Es bleiben rund 62,9 Wattstunden. Teilt man sie durch die Leistungsaufnahme des Geräts, steht die Laufzeit da.
Genau das macht der Energierechner auf dieser Seite. Du trägst die Kapazität in Wattstunden ein, wählst ein Gerät oder tippst dessen Watt-Wert ein, schiebst den nutzbaren Anteil zurecht – und siehst die geschätzte Laufzeit sofort. Gerechnet wird im Browser, es wird nichts gespeichert.
Das Ergebnis ist eine Schätzung für den Dauerbetrieb. In der Realität laufen Geräte nicht ununterbrochen, dafür schwankt ihre Leistungsaufnahme. Wer im Zweifel mit dem niedrigeren Wert plant, wird selten enttäuscht.
| Gerät | Leistung | Geschätzte Laufzeit |
|---|---|---|
| Handy laden | 12 W | rund 5 Stunden |
| LED-Leuchte | 6 W | rund 10,5 Stunden |
| Kleines Radio | 5 W | rund 12,5 Stunden |
| Notebook | 45 W | rund 1,5 Stunden |
Tipp Probier den Energierechner einmal mit den echten Werten deiner Geräte aus – die Zahl bleibt danach im Kopf.
Powerbank oder Powerstation?
Für den Anfang reicht eine gute Powerbank. Typische Größen liegen zwischen 37 und 74 Wattstunden – genug, um Handy, Stirnlampe und ein kleines Radio über mehrere Tage am Leben zu halten. Wichtig ist, dass sie geladen ist: Das BBK empfiehlt ausdrücklich, Akkus von Laptop, Mobiltelefon und Telefon geladen zu halten und eine Powerbank oder ein solarbetriebenes Ladegerät bereitzuhaben.
Powerstationen sind die größere Variante, üblicherweise im Bereich von 250 bis 1.000 Wattstunden, oft mit einer 230-Volt-Steckdose. Sie sind sinnvoll, wenn medizinische Geräte versorgt werden müssen oder du regelmäßig ohne Netz arbeitest. Zum Heizen taugen sie nicht: Ein Heizlüfter zieht ein Vielfaches dessen, was so ein Gerät hergibt.
Eine Alternative für längere Ausfälle sind faltbare Solarmodule oder solarbetriebene Batterieladegeräte, die das BBK und die Verbraucherzentrale beide nennen. Sie laden langsam, dafür jeden Tag neu – und genau darum geht es, wenn der Ausfall länger dauert.

Achtung Benzin- oder dieselbetriebene Stromerzeuger dürfen niemals in Wohnung, Keller oder Garage laufen. Sie setzen Kohlenmonoxid frei, das man nicht riechen kann.
Zweimal im Jahr: der Kurztest
Vorsorge, die nicht funktioniert, ist keine. Nimm dir zweimal im Jahr zehn Minuten – etwa bei der Zeitumstellung, wenn du ohnehin an die Rauchmelder denkst.
Schalte jede Lampe kurz ein, lade die Powerbank voll, prüfe das Haltbarkeitsdatum der Ersatzbatterien und tausche aus, was schlapp geworden ist. Beim Lagern gilt der Hinweis des Umweltbundesamtes: Akkus spätestens nach sechs Monaten nachladen.
Wer die alten Batterien gleich in die Sammelbox beim nächsten Einkauf mitnimmt, hat die Sache in einem Aufwasch erledigt. Danach weißt du wieder, dass im Ernstfall alles leuchtet.
Häufige Fragen
Wie viele Ersatzbatterien sind sinnvoll?
Ein kompletter Satz pro batteriebetriebenem Gerät ist ein guter Anfang, bei Taschenlampe und Radio gern zwei. Achte darauf, dass deine Geräte möglichst dieselbe Batteriegröße nutzen.
Wie oft lädt eine 20.000-mAh-Powerbank mein Handy?
Weniger oft, als die reine Division vermuten lässt. Von den rund 74 Wattstunden sind wegen Wandlungsverlusten, Kälte und Alterung nur etwa 80 bis 90 Prozent nutzbar. Der Energierechner zeigt dir die Laufzeit für deine Werte.
Kann ich eine Powerbank jahrelang liegen lassen?
Besser nicht. Das Umweltbundesamt rät, bei längerer Lagerung etwa halb geladen aufzubewahren und spätestens nach sechs Monaten nachzuladen. Aufgeblähte oder beschädigte Akkus gehören sofort zur Sammelstelle.
Sind Kurbellampen und Solarlampen eine gute Idee?
Als Ergänzung ja, weil sie ohne Vorrat auskommen. Als einzige Lichtquelle sind sie unpraktisch – die Leuchtdauer pro Kurbelminute ist kurz. Kombiniere sie mit batteriebetriebenen Lampen.
Quellen
- Vorsorge und Handeln bei StromausfallBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · Taschenlampe und Ersatzbatterien, geladene Akkus, Powerbank und Solarladegerät, Lüften bei Kerzenlicht
- Was tun bei Stromausfall? Gut vorbereitet und richtig handelnVerbraucherzentrale · Mehrere Lichtquellen, LED-Taschenlampen, Umgang mit Kerzen, Laden von Akkus und Powerbanks
- Sicherer Umgang mit Lithium-Batterien und AkkusUmweltbundesamt · Lagertemperatur 10 bis 25 Grad, Laden bis etwa 90 Prozent, beschädigte Akkus, Pole abkleben
- Batterien und Akkus richtig nutzen und fachgerecht entsorgenUmweltbundesamt · 200 bis 1.000 Ladezyklen, Kostenvergleich Batterie und Netzstrom, Nachladen nach sechs Monaten, Entsorgung
- Brandgefährlicher Advent: Tipps zur BrandpräventionDeutscher Feuerwehrverband · Kerzen sind kein Ersatz für Licht oder Heizung, Warnung vor unkontrolliertem Teelicht-Einsatz
