Für Meshtastic und MeshCore gibt es viele Geräte – vom kleinen Funkmodul bis zum Knoten auf dem Dach. Dieser Artikel ordnet sie in drei Arten ein, erklärt, worauf es bei Antenne und Stromversorgung ankommt, und endet mit einer Liste für den Kauf. Er nennt bewusst keine Modelle und keine Preise, sondern Merkmale, die du selbst prüfen kannst. Was LoRa-Mesh ist und wie die Netze Nachrichten weiterreichen, erklärt der Einstieg in diese Reihe.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst das Netz, dann das Gerät: Nimm das System, das die Menschen um dich nutzen, in der 868-MHz-Variante.
- Funkmodul fürs Handy, Handgerät mit Tastatur oder fester Knoten: Die Art folgt aus Bedienung und Standort.
- Schalte ein Gerät nie ohne Antenne ein. Die Antenne muss zur Frequenz passen, üblich ist ein SMA-Anschluss.
- nRF52-Geräte sind sparsamer und für Akku und Solar gedacht, ESP32-Geräte haben WLAN und brauchen mehr Strom.
- Belastbare Akkulaufzeiten nennen die Projekte nicht. Ein Knoten, der weiterleitet, braucht mehr Strom.
Vor dem Kauf: welches Netz, welche Frequenz
Bevor du ein Gerät aussuchst, klärst du zwei Fragen. Die erste: Meshtastic oder MeshCore? Die beiden Netze sprechen nicht miteinander. Ein Gerät nützt dir also nur, wenn die Menschen, mit denen du schreiben willst, dasselbe System nutzen.
Die zweite Frage ist die Frequenz. MeshCore läuft laut Projekt-FAQ auf Geräten für 433, 868 und 915 MHz und sieht für Großbritannien und die EU den Bereich um 868 MHz vor; Meshtastic schreibt knapp, dass Geräte auf einer anderen Frequenz mit deinem nicht zusammenarbeiten können. In Deutschland laufen die Mesh-Netze üblicherweise auf 868 MHz, deshalb wählst du diese Variante; um 433 MHz ist ohne Amateurfunklizenz nur sehr geringe Leistung erlaubt. Welche Grenzen gelten und worauf du beim CE-Kennzeichen achtest, steht im Artikel LoRa-Mesh in Deutschland: was ohne Lizenz erlaubt ist.
Beide Projekte führen Listen der Geräte, auf denen ihre Firmware läuft: Meshtastic auf seiner Hardware-Seite, MeshCore im Web-Flasher unter flasher.meshcore.io. Meshtastic unterscheidet dabei Geräte von Partnern, die „getestet, dokumentiert und empfohlen“ sind, von Geräten, die nur die Community unterstützt. Mehrere Geräte stehen auf beiden Listen. Was hier steht, gilt für die Meshtastic-Dokumentation Version 2.8 und die MeshCore-Firmware 1.17.1 vom August 2026.
Drei Gerätearten im Überblick
Grob lassen sich die Geräte in drei Arten einteilen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie du sie bedienst und wo sie stehen. Welches Netz ein Gerät nutzt, bestimmt die Firmware, die darauf läuft; wie du sie aufspielst und einrichtest, folgt in eigenen Artikeln zu Meshtastic und MeshCore.
| Geräteart | Bedienung | Gedacht für | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Funkmodul fürs Handy | App auf dem Handy, verbunden per Bluetooth oder Kabel | Unterwegs und zu Hause, wenn du ein Handy dabeihast | Läuft die App auf deinem Handy? |
| Handgerät mit Bildschirm und Tastatur | Direkt am Gerät, ohne Handy | Schreiben unabhängig von Handy und App | Steht es auf der Liste deines Netzes? |
| Fester Knoten | Selten angefasst, eingerichtet per App oder Kabel | Hoher, dauerhafter Standort, leitet für andere weiter | Stromversorgung, Gehäuse, Antenne |
Funkmodul fürs Handy: klein und abhängig vom Handy
Bei dieser Geräteart schreibst du in einer App. Meshtastic verbindet Handy oder Computer per Bluetooth, WLAN oder USB mit dem Funkgerät, MeshCore per Bluetooth oder USB; eine WLAN-Verbindung gibt es bei MeshCore laut FAQ nur mit selbst übersetzter Firmware. Das Handy dient als Bildschirm und Tastatur, das Handynetz brauchst du dafür nicht.
Das hat Folgen für die Auswahl. Die Meshtastic-App für Android setzt laut FAQ mindestens Android 8 voraus, die Apple-App unterstützt die jeweils letzten zwei Hauptversionen von iOS, iPadOS und macOS. Ein altes Handy als Reserve taugt also nur, wenn die App darauf noch läuft. Und ist der Handy-Akku leer, kannst du mit einem Modul ohne eigene Tastatur nicht mehr sinnvoll schreiben – das ist unsere Einschätzung, keine Aussage der Projekte.
Im Inneren unterscheidet Meshtastic zwei große Familien von Steuerchips. Geräte mit nRF52 verbrauchen weniger Strom und werden laut Dokumentation für Handgeräte und Solarbetrieb bevorzugt; sie haben Bluetooth, aber kein WLAN. Geräte mit ESP32 brauchen mehr Strom, sind oft günstiger und haben WLAN. Meshtastic hält sie für geeignet, wenn sie am Netzteil hängen oder ein Handgerät nur ein, zwei Tage durchhalten muss.
Handgerät mit Bildschirm und Tastatur: schreiben ohne Handy
Einige Geräte haben einen eigenen Bildschirm und eine Tastatur. Meshtastic führt sie als eigenständige Geräte, die MeshCore-FAQ nennt eine Reihe von Modellen, auf denen du das Netz ganz ohne Handy nutzen kannst. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du hängst nicht an Handy-Akku und App.
Bei MeshCore lohnt ein genauer Blick. Für eines dieser Handgeräte nennt die FAQ einige erweiterte, freiwillige Zusatzfunktionen, die nur mit einem Freischaltcode nutzbar sind; dafür können die Entwickler eine kleine Gebühr verlangen. Zum Schreiben brauchst du sie laut FAQ nicht, und für Direktnachrichten und die Verbindung zu Repeatern und Room Servern musst du nichts bezahlen.
Ob ein Gerät GPS hat, steht in den Gerätelisten. Mit GPS bestimmt es seine Position selbst und kann sie ins Netz melden; ob du das willst, ist eine Frage der Einrichtung. Wer ohnehin ein Handy dabeihat, kommt mit einem Funkmodul aus. Wer unabhängig vom Handy schreiben will, braucht ein Gerät mit eigener Tastatur.
Fester Knoten: hoch, dauerhaft, mit eigener Stromversorgung
Ein fester Knoten steht an einem günstigen Platz und leitet Nachrichten für andere weiter. Welche Rolle er dafür bekommt, erklärt der Einstieg in diese Reihe. MeshCore rät, einen Repeater hoch über dem Boden aufzustellen, und seine Repeater-Firmware läuft auf denselben Geräten wie die für Companions. Ein Spezialgerät brauchst du dafür also nicht zwingend.
In der Rollenübersicht von Meshtastic steht bei „Router“ und „Repeater“ ein hoher Stromverbrauch, beim normalen „Client“ ein regulärer; die Rolle „Repeater“ gilt laut Dokumentation seit Firmware 2.7.11 als veraltet. Ein Knoten, der dauerhaft läuft und weiterleitet, braucht deshalb eine Stromversorgung, die das trägt – ein Netzteil oder einen Akku mit Solarmodul. Wie du einen Knoten mit Solarmodul und Akku versorgst, steht in einem eigenen Artikel dieser Reihe.
Meshtastic rät eher dazu, den ganzen Knoten nach draußen zu setzen, als ihn drinnen mit einem langen Kabel zur Außenantenne zu betreiben: Die meisten Kabel schwächen das Signal über größere Längen deutlich. Ausnahmen sind laut Dokumentation extreme Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit, dann mit möglichst kurzem, verlustarmem Kabel. Gegen schlechtes Wetter hilft ein geeignetes Gehäuse. Die Schutzart IP65 bedeutet staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser mit niedrigem Druck aus jeder Richtung, IP66 staubdicht und geschützt gegen starkes Strahlwasser.
Wie weit ein fester Knoten reicht, lässt sich nicht pauschal sagen; um die Reichweite geht es in einem eigenen Artikel dieser Reihe. Bevor du eine Antenne am Haus montierst, klärst du Mietvertrag oder Eigentümergemeinschaft. Die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur lässt solche Pflichten ausdrücklich unberührt, wie der Artikel zum Rechtlichen in dieser Reihe erklärt.
Antennen: passend zur Frequenz – und nie ohne
Meshtastic warnt deutlich: Schalte ein Funkgerät nie ein, ohne dass eine Antenne angeschlossen ist, sonst kann der Funkchip Schaden nehmen. Auch eine schlecht angepasste Antenne ist ein Risiko, weil das Signal ins Gerät zurückgeworfen werden kann.
Die mitgelieferten Antennen stammen laut Meshtastic oft aus gemischten Beständen. Sie sind nicht unbedingt für deinen Frequenzbereich ausgelegt und nicht immer gut gebaut. Eine Antenne muss zur Frequenz des Geräts passen, hier also zum Bereich um 868 MHz. Für LoRa-Geräte nennt die Dokumentation 50 Ohm Impedanz und einen SMA-Anschluss. Achte auf die Bezeichnung: RP-SMA ist eine Variante mit umgekehrter Polung und passt nicht zu SMA.
Auch der Platz zählt. Wände und Gebäude dämpfen das Signal; hängt die Antenne direkt an einer Hauswand, geht das Signal in Richtung Wand weitgehend verloren. Für die Bauform nennt Meshtastic diese Unterschiede:
- Kurze Stummelantenne (Viertelwelle): unauffällig, braucht aber oft eine leitende Gegenfläche, im Englischen „Ground Plane“, um gut zu senden.
- Längere Stabantenne (Halbwelle): mehr Reichweite rundum als die Stummelantenne, fällt in der Tasche aber auf.
- Richtantenne: überbrückt deutlich größere Entfernungen, muss aber auf das Ziel ausgerichtet sein und eignet sich deshalb nicht für unterwegs.
Achtung Eine Antenne mit mehr Gewinn erhöht die abgestrahlte Leistung, und für die gilt in Deutschland eine Obergrenze. Maßgeblich ist der ganze Aufbau aus Gerät, Kabel und Antenne, nicht die Zahl in der App. Was das genau heißt, erklärt der Artikel zum Rechtlichen in dieser Reihe.
Strom: Akku, USB und was sich nicht sagen lässt
Wie lange ein Gerät mit einer Akkuladung läuft, hängt unter anderem vom Steuerchip und von der Rolle ab. Belastbare Laufzeiten in Stunden oder Tagen nennen die Projektdokumentationen nicht – bis auf die Angabe, dass ESP32-Geräte für Handgeräte taugen, die ein, zwei Tage durchhalten müssen. Deshalb findest du hier keine weiteren Zahlen. Meshtastic vergleicht nur: nRF52 ist sparsamer als ESP32, die Rolle „Client Mute“ braucht am wenigsten, „Router“ viel.
Bei der Stromversorgung unterscheiden sich die Geräte stark. Manche haben den Akku fest im Gehäuse, andere einen Halter für eine lose Rundzelle; manche werden ganz ohne Akku geliefert. Über USB lässt sich ein Gerät laut Meshtastic auch mit Strom versorgen, etwa am Netzteil, solange es Strom gibt.
Eine lose Lithium-Zelle verlangt Sorgfalt. Ob und wie die Platine sie schützt, beschreiben die Projektdokumentationen nicht. Woran du eine beschädigte Zelle erkennst und wie du Lithium-Akkus sicher lagerst und lädst, steht in einem eigenen Artikel – dort auch, warum du nur unter Aufsicht lädst und beim Lagern die Pole abklebst.
Checkliste für den Kauf
Diese Punkte kannst du an jedem Gerät prüfen, bevor du es kaufst. Sie ersetzen keine Recherche in den Gerätelisten der Projekte.
- Netz: Meshtastic oder MeshCore – das, was die Menschen um dich nutzen.
- Frequenz: die 868-MHz-Variante. Ein Gerät für 433 oder 915 MHz arbeitet nicht mit 868-MHz-Geräten zusammen.
- Liste: Das Gerät steht auf der Liste der unterstützten Geräte deines Netzes.
- Funkchip: Meshtastic empfiehlt ausdrücklich Geräte mit den neueren Chips SX126x oder LR11xx statt der älteren Reihe SX127x.
- Bedienung: über das Handy – dann die Voraussetzungen der App prüfen – oder eigenständig mit Bildschirm und Tastatur.
- Strom: nRF52 für Akku und Solar, ESP32, wenn du WLAN brauchst oder ein Netzteil in der Nähe ist.
- Antenne: passend zu 868 MHz, Anschluss SMA oder RP-SMA beachten; nie ohne Antenne einschalten.
- Verstärker: Bei einigen Geräten mit eingebautem Verstärker gibt das Gerät laut MeshCore-FAQ weit mehr ab, als die Zahl in der App vermuten lässt. Die gesetzliche Obergrenze für die abgestrahlte Leistung gilt trotzdem für deinen ganzen Aufbau – welche das ist, steht im Artikel zum Rechtlichen in dieser Reihe.
Tipp Nutzt in deiner Gegend noch kaum jemand MeshCore, rät die Projekt-FAQ, zwei Geräte als Companion einzurichten und damit mit Familie oder Freunden zu schreiben. Das gilt für jedes Netz: Probiert die Geräte gemeinsam aus, bevor ihr euch im Ernstfall darauf verlasst.
Häufige Fragen
Welches Gerät ist das beste?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, und wir empfehlen keine Modelle. Entscheidend sind das Netz in deiner Gegend, die 868-MHz-Variante und ob du mit Handy oder ohne schreiben willst.
Kann ich ein Gerät für Meshtastic und für MeshCore nutzen?
Welches Netz ein Gerät nutzt, bestimmt die aufgespielte Firmware, und mehrere Geräte stehen auf den Listen beider Projekte. Wie du Firmware aufspielst, folgt in den Artikeln zur Einrichtung.
Wie lange hält der Akku?
Belastbare Laufzeiten nennen die Projekte nicht. Meshtastic sagt nur, dass nRF52-Geräte sparsamer sind und ESP32-Geräte für Handgeräte taugen, die ein, zwei Tage durchhalten müssen.
Brauche ich eine bessere Antenne als die mitgelieferte?
Nicht unbedingt, aber mitgelieferte Antennen stammen laut Meshtastic oft aus gemischten Beständen. Wichtig ist, dass die Antenne zu 868 MHz und zum Anschluss passt. Mehr Antennengewinn heißt auch mehr abgestrahlte Leistung, und die ist begrenzt.
Quellen
- Devices | Supported Hardware OverviewMeshtastic (Open-Source-Projekt), Dokumentation Version 2.8, abgerufen am 28.09.2026 · Empfehlung für Funkchips SX126x/LR11xx statt SX127x; nRF52 sparsamer, bevorzugt für Solar und Handgeräte; ESP32 mehr Strom, oft günstiger, WLAN, geeignet am Netzteil oder für Handgeräte mit „a day or two of runtime“; eigenständige Geräte mit Bildschirm und Tastatur; Halter für lose Rundzelle, Geräte ohne Akku; SMA und RP-SMA nicht austauschbar
- Getting StartedMeshtastic (Open-Source-Projekt), Dokumentation Version 2.8, abgerufen am 28.09.2026 · Verbindung per Bluetooth, WLAN oder USB; USB auch zur Stromversorgung; Partner-Hardware „tested, documented, and recommended“ gegenüber Community-Geräten; nRF52 nur Bluetooth; nie ohne Antenne einschalten; Schutzarten IP65 und IP66
- LoRa Antenna SelectionMeshtastic (Open-Source-Projekt), Dokumentation Version 2.8, abgerufen am 28.09.2026 · Mitgelieferte Antennen aus „mixed bags“; Antenne passend zur Frequenz; Schaden durch fehlende oder schlecht angepasste Antenne; andere Frequenz arbeitet nicht zusammen; Richt-, Halbwellen- und Viertelwellenantenne, Ground Plane; Dämpfung durch Wände; 50 Ohm, SMA; Kabelverluste, Knoten besser draußen, Gehäuse
- Device ConfigurationMeshtastic (Open-Source-Projekt), Dokumentation Version 2.8, abgerufen am 28.09.2026 · Rollenvergleich, Spalte „Power Consumption“: Client regulär, Client Mute am niedrigsten, Router und Repeater hoch; Fußnote zur Rolle Repeater: „deprecated as of firmware version 2.7.11“
- FAQsMeshtastic (Open-Source-Projekt), Dokumentation Version 2.8, abgerufen am 28.09.2026 · Android-App ab Android 8; Apple-App für die letzten zwei Hauptversionen von iOS, iPadOS und macOS
- MeshCore: Frequently Asked QuestionsMeshCore (Open-Source-Projekt), Repository meshcore-dev, Firmware-Stand 1.17.1 (August 2026), abgerufen am 28.09.2026 · Geräte für 433, 868 und 915 MHz, aktuelle Liste im Web-Flasher (1.2.1); Beispielgeräte in 1.2.1, u. a. RAK4631, Heltec T114, Station G2, Nano G2 Ultra, Seeed T1000-E und T-Deck, stehen auch auf der Meshtastic-Hardware-Seite (Beleg für „Mehrere Geräte stehen auf beiden Listen“, eigener Abgleich); 868 MHz für UK/EU (2.3); Nutzung ohne Handy auf Geräten mit Tastatur (1.2.1); optionale Zusatzfunktionen auf dem T-Deck mit Freischaltcode gegen Gebühr (1.1); Direktnachrichten ohne Bezahlung (2.2); BLE- und USB-Companion (1.2.3); Repeater-Firmware auf denselben Geräten (1.2.4); zwei Companions, Repeater hoch aufstellen (2.1); WLAN nur mit selbst übersetzter Firmware (7.6); Geräte mit Verstärker: App-Einstellung und Ausgangsleistung (7.7)