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Wasser

Trinkwasservorrat anlegen: wie viel dein Haushalt braucht

2 Liter pro Person und Tag, 10 Tage als Ziel. Was das konkret bedeutet, was mitzählt und wo der Platz dafür herkommt.

7 Min. LesezeitEinstiegStand: 23. September 2026
Mehrere verschlossene Wasserflaschen stehen gemeinsam als kleiner Getränkevorrat bereit.
Ein Trinkwasservorrat lässt sich mit handelsüblichen, verschlossenen Wasserflaschen schrittweise aufbauen.Foto: Jiafei Slay Queen · CC0 · Wikimedia Commons

Wasser ist der einzige Vorrat, den du im Ernstfall nicht schnell improvisieren kannst. Essen lässt sich strecken, Wasser nicht. Dieser Artikel beantwortet die einfachste und wichtigste Frage der Vorsorge: Wie viele Liter braucht dein Haushalt – und wie kommst du in überschaubaren Schritten dahin, ohne dass die Wohnung zum Getränkelager wird?

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechne mit 2 Litern pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter zum Kochen gedacht.
  • Das BBK nennt 10 Tage als Ziel. Schon ein Vorrat für 3 Tage hilft deutlich.
  • Eine Person: 20 Liter. Zwei Personen: 40 Liter. Vier Personen: 80 Liter für 10 Tage.
  • Säfte und andere Getränke zählen mit, ein Teil des Vorrats sollte aber (Mineral-)Wasser sein.
  • Haustiere brauchen eigenes Wasser – das BBK weist ausdrücklich darauf hin.

Warum Wasser vor allem anderen kommt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bringt es nüchtern auf den Punkt: Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit. Damit ist die Reihenfolge in der Vorsorge eigentlich schon entschieden.

Dazu kommt ein praktischer Grund. Die Wasserversorgung hängt an der Stromversorgung: Wasserwerke und Pumpen brauchen Strom, und fällt der aus, kann auch das Wasser ausbleiben. Ein Vorrat hilft außerdem in der zweiten Lage, die das BBK ausdrücklich nennt – wenn zwar Wasser aus der Leitung kommt, es aber verschmutzt ist.

Das Erfreuliche daran: Wasser ist der billigste und am schnellsten aufgebaute Teil deiner Vorsorge. Ein Einpersonenhaushalt ist damit nach einem einzigen Einkauf durch.

Hinweis Die Mengenangaben in diesem Artikel stammen aus dem BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ und von den Vorsorgeseiten des BBK.

Die Rechengrundlage: 2 Liter pro Person und Tag

Das BBK empfiehlt idealerweise 2 Liter Wasser pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter als Wasser zum Kochen gedacht. Der Rest ist Trinkwasser im engeren Sinn – für einen erwachsenen Menschen setzt das BBK mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag an.

Diese 2 Liter sind eine Planungsgröße, keine Obergrenze. Bei großer Hitze, bei körperlicher Arbeit oder bei Krankheit steigt der Bedarf spürbar. Wer regelmäßig Medikamente nimmt oder gesundheitlich eingeschränkt ist, bespricht die eigene Menge besser mit der Hausarztpraxis, statt sich auf einen Durchschnittswert zu verlassen.

Als Zeitraum nennt das BBK zehn Tage: Alle Haushalte sollten sich möglichst 10 Tage selbst versorgen können. Gleichzeitig stellt das Amt klar, dass auch ein Vorrat für zumindest 3 Tage schon sehr hilft. Die Verbraucherzentrale nennt für den Fall eines Stromausfalls ebenfalls mindestens 2 Liter pro Person und Tag, dort für einen Zeitraum von 3 bis 5 Tagen.

Für dich heißt das: Fang mit 3 Tagen an, wenn 10 Tage nach zu viel klingen. Der Vorrat wächst danach fast von selbst, wenn du bei jedem Einkauf etwas mehr mitnimmst, als du in der Woche verbrauchst.

Rechenbeispiele für 1, 2 und 4 Personen

Die Rechnung ist eine schlichte Multiplikation: Personen mal Tage mal 2 Liter. Die Zeile für drei Personen entspricht genau den Beispielwerten, die das BBK in seinem Ratgeber abbildet – daran kannst du prüfen, dass du richtig gerechnet hast.

Haustiere kommen obendrauf. Das BBK erinnert ausdrücklich daran, auch an sie zu denken. Wie viel ein Tier braucht, hängt von Art, Größe und Wetter ab; eine realistische Zahl für dein Tier nennt dir die Tierarztpraxis.

Skizze: Ein Sechserträger mit sechs 1,5-Liter-Flaschen fasst 9 Liter. Neun gestapelte Träger stehen für 80 Liter, den Bedarf von 4 Personen für 10 Tage.
Rechne in Kisten: Ein Sechserträger mit 1,5-Liter-Flaschen sind 9 Liter – für 4 Personen und 10 Tage also rund neun Träger.Skizze: WildWeasel
Wasserbedarf nach Haushaltsgröße (2 Liter pro Person und Tag)
Haushalt3 Tage5 Tage10 Tage
1 Person6 Liter10 Liter20 Liter
2 Personen12 Liter20 Liter40 Liter
3 Personen18 Liter30 Liter60 Liter
4 Personen24 Liter40 Liter80 Liter

Tipp Rechne in Kisten statt in Litern: Ein Sechserträger mit 1,5-Liter-Flaschen entspricht 9 Litern. Ein Vierpersonenhaushalt braucht für 10 Tage also rund neun solcher Träger.

Was mitzählt – und was nicht

Der Vorrat muss nicht aus reinem Wasser bestehen. Das BBK schreibt, dass auch Fruchtsäfte oder andere Getränke dazugerechnet werden können. Ein gewisser Anteil des Vorrats sollte aber aus (Mineral-)Wasser bestehen – schon deshalb, weil du mit Saft weder Nudeln kochst noch ein Baby versorgst.

Praktisch bewährt sich eine Mischung: der größere Teil stilles oder sprudelndes Wasser, dazu Saft oder Schorle für Abwechslung und Kalorien. Wer ausschließlich Sprudel lagert, merkt spätestens am zweiten Tag, dass Kochwasser mit Kohlensäure keine gute Idee ist.

Nicht mitzählen solltest du alles, was ohne Strom nicht funktioniert oder schnell verdirbt: Getränke, die gekühlt werden müssen, oder Leitungswasser, das du erst noch abfüllen müsstest. Und Getränke, die niemand im Haushalt mag, sind kein Vorrat, sondern eine Wette gegen dich selbst.

  • Zählt mit: Mineralwasser, Tafelwasser, stilles Wasser in Flaschen oder Kanistern
  • Zählt mit: Fruchtsäfte, Schorlen und andere haltbare Getränke (BBK)
  • Zählt begrenzt: gezuckerte Limonaden – brauchbar für Kalorien, schlecht als einzige Flüssigkeit
  • Zählt nicht: alles, was gekühlt werden muss
  • Extra einplanen: Wasser für Haustiere und Wasser für Säuglingsnahrung

Wo der Platz herkommt

80 Liter klingen nach viel und sind es auch – vor allem in der Vorstellung. Als Stapel sind das etwa neun Getränkekisten, und die brauchen übereinandergestellt weniger Grundfläche als ein Wäschekorb.

Wasser ist schwer und unempfindlich gegen Dunkelheit. Genau deshalb passt es an Orte, die für Lebensmittel ungeeignet sind: unter das Bett, in den unteren Teil eines Kleiderschranks, hinter das Sofa, in die Besenkammer, in den Abstellraum. Wichtig ist nur, dass die Fläche das Gewicht trägt – gefüllte Kisten stehen besser auf dem Boden als auf einem hohen Regalbrett.

In kleinen Wohnungen hilft es, den Vorrat zu verteilen, statt einen einzigen großen Block zu suchen. Drei Kisten im Flur, zwei unter dem Bett, zwei im Schrank: Das fällt kaum auf und ist leichter unterzubringen als sieben Kisten an einer Stelle.

Ein Hinweis zum Keller: Er ist kühl und dunkel und damit gut geeignet – solange er nicht bei Starkregen unter Wasser steht. Wer einen gefährdeten Keller hat, hält zumindest einen Teil des Vorrats in der Wohnung.

Tipp Stelle die Kisten dorthin, wo du ohne Leiter und ohne Umräumen herankommst. Ein Vorrat, den du im Dunkeln nicht erreichst, nützt wenig.

In vier Wochen zum Zehn-Tage-Vorrat

Niemand muss 80 Liter auf einmal nach Hause schleppen. Der einfachste Weg führt über wenige normale Einkäufe – und danach hältst du den Bestand einfach im Umlauf.

Kaufe bei jedem Wocheneinkauf eine Kiste mehr, als du in der Woche trinkst. Nach drei bis vier Einkäufen ist ein Zweipersonenhaushalt beim Zehn-Tage-Ziel, ein Vierpersonenhaushalt braucht etwa doppelt so lange. Danach verbrauchst du immer die älteste Kiste und stellst die neue hinten an.

Dieses Rollprinzip ist der ganze Trick: Der Vorrat altert nicht, weil er ständig benutzt wird. Du musst dir kein Datum merken und nichts wegwerfen. Wie du Gebinde auswählst, wie lange Wasser hält und welche Fehler beim Lagern häufig sind, steht ausführlich im Artikel zum Wasserlagern.

  • Woche 1: Bedarf für 3 Tage kaufen – die Basis, die laut BBK schon sehr hilft
  • Woche 2 und 3: je eine bis zwei Kisten zusätzlich
  • Woche 4: auf den Zehn-Tage-Wert auffüllen und den Platz endgültig festlegen
  • Ab dann: immer die älteste Kiste zuerst verbrauchen, neue hinten einsortieren

Wenn der eigene Vorrat nicht reicht

Für längere Unterbrechungen gibt es in Deutschland eine staatliche Rückfallebene. Für die Trinkwassernotversorgung können nach Angaben des BBK circa 5.200 Trinkwassernotbrunnen und -quellen eingesetzt werden. Die vorgesehene Wassermenge beträgt dabei 15 Liter pro Person und Tag.

Diese 15 Liter sind nicht mit deinen 2 Litern zu verwechseln: Sie decken den gesamten überlebensnotwendigen Bedarf ab, nicht nur das Trinken. Und sie setzen voraus, dass du zum Brunnen kommst und etwas zum Transportieren dabeihast – ein leerer, sauberer Kanister gehört deshalb genauso zur Vorsorge wie die vollen Flaschen.

Wo der nächste Notbrunnen steht, weiß deine Stadt oder Gemeinde. Diese Information in Ruhe herauszusuchen ist deutlich angenehmer, als sie im Ernstfall zu suchen.

Ist Leitungswasser verfügbar, aber nicht sicher, ordnet das Gesundheitsamt ein Abkochgebot an. Was das bedeutet und welche Verfahren zur Aufbereitung tatsächlich belegt sind, behandelt der Artikel zur Wasseraufbereitung im Notfall.

Häufige Fragen

Reichen 2 Liter pro Person und Tag wirklich?

Als Planungsgröße ja: Das BBK nennt idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Bei Hitze, Krankheit oder körperlicher Anstrengung liegt der tatsächliche Bedarf höher – plane dann großzügiger.

Muss es unbedingt Mineralwasser sein?

Nein. Das BBK rechnet auch Fruchtsäfte und andere Getränke zum Vorrat, empfiehlt aber, dass ein gewisser Anteil aus (Mineral-)Wasser besteht. Zum Kochen und für Säuglingsnahrung brauchst du ohnehin reines Wasser.

Kann ich statt Flaschen einfach Leitungswasser in Kanister füllen?

Das geht, stellt aber deutlich höhere Anforderungen an Behälter, Hygiene und Austauschrhythmus als gekauftes Wasser in verschlossenen Gebinden. Die Einzelheiten stehen im Artikel zum richtigen Lagern von Wasser.

Sprudel oder still?

Beides ist geeignet. Kohlensäurehaltiges Wasser gilt als länger haltbar, weil die Kohlensäure laut Verbraucherzentrale die Keimbildung hemmt. Zum Kochen und für kleine Kinder ist stilles Wasser angenehmer – halte deshalb von beidem etwas vor.

Wie oft muss ich den Vorrat austauschen?

Gar nicht, wenn du ihn im Umlauf hältst: immer die älteste Kiste verbrauchen, neue hinten einsortieren. So bleibt der Bestand frisch, ohne dass du dir Termine notieren musst.

Quellen

  1. Essen und Trinken bevorratenBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · Mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit plus 0,5 Liter Kochwasser, zehn Tage als Ziel, Säfte zählen mit
  2. Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, PDF)Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · 2 Liter pro Person und Tag, Beispielrechnung für drei Personen, Hinweis auf Haustiere
  3. Wassersicherstellung und TrinkwassernotversorgungBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · Circa 5.200 Notbrunnen und -quellen, 15 Liter pro Person und Tag in der Notversorgung
  4. Was tun bei Stromausfall? Gut vorbereitet und richtig handelnVerbraucherzentrale · Mindestens 2 Liter pro Person und Tag für drei bis fünf Tage
  5. Trinkwasser, Mineralwasser, Tafelwasser – was sind die Unterschiede?Verbraucherzentrale · Kohlensäure hemmt die Keimbildung, Lagerung kühl, dunkel und trocken